Vergänglichkeit

Thema 01/2005

Nach dem Seebeben in Südasien wurde uns die Vergänglichkeit unserer materiellen Existenz wieder einmal eindringlich vor Augen geführt. Yudhistira, der älteste der fünf Pandu-Brüder, wurde einmal von Yamaraja, dem Herrn des Todes, gefragt, was das verwunderlichste sei. Yudhistira antwortete sinngemäß, es sei grotesk, dass die meisten Menschen so lebten, als ob sie nie sterben würden, obwohl überall der Tod zu beobachten ist. Freilich wird in unserer Gesellschaft das Thema Sterben verdrängt, weil es so wenig in das Konsumparadies passt. Wenn man Zeitungsregale betrachtet, sieht man fast nur schön geschminkte junge Gesichter, meist von Frauen, die ihren Körper entgeltlich zur Schau stellen, obwohl dieser nichts anderes als eine Kombination von Haut, Schleim, Blut, Urin, Kot, Knochen, Knorpeln und Haaren ist.

Nach diesem Auftakt des Jahres 2005 wünschen wir uns für die Menschen, dass sie sich mehr Gedanken über existenzielle Fragen machen.

Im Vedanta Sutra heißt es:

"Athato brahma jijnasa"

Dies bedeutet in etwa: "Nun, also, da man die menschliche Lebensform erreicht hat, sollte man Fragen nach der Absoluten Wahrheit stellen."

Die Veden weisen darauf hin, dass der Aufenthalt zivilisierter Menschen auf dem Erdplaneten besonders als Orientierungsphase gedacht ist. Der Erdenmensch kann hier nicht so genießen wie auf den himmlischen Planeten der Devas (Götter) oder den unteren Planeten der Asuras (Dämonen). Er kann sich vielmehr qualifizieren, die Himmel oder die Bereiche der Asuras zu erlangen. Dazu gehört natürlich eine gewisse Disziplin, ein Entschluss, ein Plan bzw. eine Lebenshaltung. Die Menschen versuchen hingegen heute, den Himmel bzw. die Scheinhimmel der Dämonen auf Erden zu schaffen. Dies widerspricht jedoch dem Plan des Schöpfers. Die Erde wird weiterhin ein Orientierungs- und Lernplanet bleiben.

Auf den himmlischen Planeten oder den Planeten der Dämonen herrscht ein so hoher Lebensstandard, dass die dort ansässigen Lebewesen kaum einen Anreiz verspüren, nach ihrer wahren Heimat zu suchen. Sie befinden sich - obgleich sie so ungetrübt schwelgen - in einer Sackgasse. Ihr Genuss ist im wesentlichen ein trügerischer, denn sie sind meist reinem hingebungsvollen Dienstes für die höchste Person beraubt, das heißt, es fehlt ihnen der Zugang zu ihrer wesensgemäßen Stellung, nämlich motivlos und zuneigungsvoll Gott zu dienen. Dieses letztliche Ziel kann man gerade auf dem Erdplanet erlernen, wo wir uns jetzt befinden. Wir sollten die Chance nutzen und nun unserer ewigen Heimat entgegenstreben, indem wir die heiligen Namen Shri Krishnas chanten:

Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama
Rama Rama Hare Hare

Übrigens leisten die ISKCON-Devotees in Südindien und Sri Lanka, deren Tempel verschont blieben, große Hilfe für die Leidenden dort, indem sie geweihte Nahrung verteilen und andere Dienste verrichten. Auch in Deutschland sammelt die ISKCON für dieses "Food-for-life-Projekt" Spenden.

Bitte wenden Sie sich an

Alice Schumann
Sieboldstraße 9
50735 Köln
Tel. 0221 7603308

Ein krishnabewusstes neues Jahr wünscht

Euer Diener
Parivadi das