Wohin?

Thema 01/2007

Die Materie entwickelt sich in den Phasen Schöpfung, Erhaltung und Auflösung. Wir, die bedingten spirituellen Seelen, sind in die Materie eingebettet und beobachten die Veränderungen, ohne sie aufhalten zu können. Dabei stellt sich gerade in Zeiten großer Umwälzungen Fassungslosigkeit ein, Identitätskrisen werden ausgelöst; war man in der Flower-Power-Zeit noch ein lockerer Freak, sprießen plötzlich die grauen Haare und der Wunsch nach Sicherheit wächst. Man blättert in Fotoalben, legt sie wieder weg; Träume und Schäume!

Wo ist etwas, das wirkliche Sicherheit bietet? Nicht einmal Rechtsanwälte können uns diese wirklich geben, denn von fünf Rechtsanwälten erhält man mindestens sechs verschiedene Auskünfte. Wissen wir wirklich, ob wir den Feuerlöscher an der richtigen Stelle aufgehängt, die nötigen Vorkehrungen gegen Einbrüche getroffen und unserer Streu- und Räumpflicht in ausreichendem Maße nachgekommen sind. Entspricht die Elektroinstallation wirklich den gesetzlichen Anforderungen; schwer zu sagen, weil die Leitungen unter Putz liegen! Dürfen wir da wirklich unser Heizgerät anschließen? Dürfen wir dem Nachbarn beim Bauen helfen, gegen ein Trinkgeld versteht sich? Darf der Gast aus Kroatien unseren Haushalt erledigen; gegen freie Kost und Logie?

Wir sehen an diesen Beispielen, dass exakte Definitionen schlichtweg nicht möglich sind. Das ist für uns Deutsche natürlich schwer verdaulich. Was ist deutsch? Wie können wir inmitten der Informationsflut aus allen Ecken der Welt unsere Identität wahren? Sie zerfließt unweigerlich und reduziert sich im allgemeinen auf die Angebote in den Supermärkten. Wir befinden uns eindeutig in der Phase materieller Sättigung. Die Geschichte lehrt, dass nach dieser Phase Auflösungserscheinungen einsetzen. Leere macht sich breit; die Psychiater haben deshalb Hochkonjunktur. Die Seele dürstet nach mehr, und wenn keine Alternative in Sicht ist, entwickeln sich Frustration, Depressionen, Lebensmüdigkeit, Gewaltbereitschaft oder Trägheit.

Gerade in der Phase der Sättigung ist es essentiell, Zuflucht zu suchen! Wohin also, wenn alles zerfließt?

In einem Lied von Narottama dasa Thakur (um 1550 AD) heißt es:

1) O Shri Hari, mein ganzes Leben habe ich nutzlos vergeudet. Ich habe zwar die so seltene menschliche Lebensform erlangt, doch wie ein Geizhals habe ich es versäumt, Shri Shri Radha-Krishna zu verehren. Auf diese Weise habe ich wissentlich Gift getrunken.

2) ... Tag und Nacht brennt mein Herz von dem Feuer, das durch das Gift der Weltverbundenheit entflammt ist, und ich habe nichts unternommen, um dieses Brennen zu löschen.

...

Je früher desto besser! Wir sollten Ausschau nach wahrem Halt suchen. Shri Krishna offenbart sich in den vedischen Schriften als der persönliche Garant für unser Glück. Er ermutigt uns immer wieder, unsere ewige Beziehung mit Ihm wiederzubeleben! Im elften Canto des Shrimad Bhagavatam tröstet Er Uddhava, einen Seiner großen Geweihten:

Eine reine Seele sollte erkennen, dass die bedingten Seelen, die sich der Sinnenbefriedigung ergeben, die Objekte der Sinnenbefriedigung als Realität betrachten, all ihre Bemühungen jedoch zum Scheitern verurteilt sind (11.10.2). ... Das Konzept, man könne durch exaktes Befolgen materieller Gesetzmäßigkeiten glücklich werden, ist eine nutzlose Einbildung, die falscher Selbsteinschätzung entspringt (11.10.18).

Materielle Gesetzmäßigkeiten sind immer widersprüchlich, weil sie stets in Bewegung sind. Daher gibt es so viele Meinungsverschiedenheiten, besonders im jetzigen Zeitalter! Nur der Ruf nach Gott kann diesen Dschungel noch durchdringen:

harer nama harer nama
harer namaiva kevalam
kalau nasty eva nasty eva
nasty eva gatir anyatha

In diesem Zeitalter des Kali gibt es kein anderes Mittel, kein anderes Mittel, kein anderes Mittel der Selbstverwirklichug als das Chanten des Heiligen Namens, das Chanten des Heiligen Namens, das Chanten des Heiligen Namens Gottes!

(Brihan-naradiya Purana 3.8.126)

Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama
Rama Rama Hare Hare

Ein spirituell erfülltes Jahr 2007 wünscht

Parivadi das