Stufen II - Im Sinne des Erfinders (Schöpfers)

Thema 02/2015

Die Neusprech-Fans dürfte schon bei der Überschrift dieses Beitrags das kalte Grausen überkommen; der Erfinder, wer soll das sein? "Ich bin Gott" lautet die moderne Parole. Für einen Schöpfer ist kein Platz im modernen mainstream-Salat. Der Mensch ist sein eigener Herr. Niemand soll es mehr wagen, die Tatsachen darzustellen. Überzeugte Christen haben im "christlichen" Abendland einen schweren Stand. Die Vaishnavas haben es da etwas leichter, weil sie über das Weltenei hinaus in die Transzendenz sehen, wo es weniger nach den "altmodisch" wirkenden biblischen Geschichten riecht; jenseits des Kosmos geht es um die Quelle von allem, die Shri Krishna ist, der sowohl die männlichen als auch die weiblichen Eigenschaften umfasst. Die Quelle ist somit komplett und vollständig, und man muss sich nicht streiten, was nun überwiegt. Somit können die Genderisten aufatmen. Sie gehören auch zum Ganzen dazu, und sie wird es immer geben, wo auch immer!

Dennoch ist es eine Tatsache, dass das Ei, in dem wir leben, geschaffen wurde und zwar von einem äußerst intelligenten Schöpfer, der im Shrimad Bhagavatam ausführlich zu Wort kommt. Er informiert einen seiner Söhne darüber, dass er selbst NICHT die Quelle von allem ist und verweist auf den transzendentalen Ursprung von allem, Shri Krishna! Damit wird der abendländische Glaubenshorizont durch die Vaishnava-Überlieferung erweitert, nämlich wie folgt:

DIE Schöpfer der Universen sind zwar Götter aber eben nicht die Quelle von allem.

Hier der entscheidende Text aus dem Shrimad Bhagavatam (2.5.10):

„Was immer du (Narada Muni) über mich gesagt hast ist nicht falsch, denn solange man sich nicht des Herrn, der Persönlichkeit Gottes, bewusst ist, der die endgültige Wahrheit jenseits von mir ist, unterliegt man gewiss der Täuschung, wenn man meine mächtigen Werke betrachtet.“

Mit anderen Worten: Wer die Schöpfung betrachtet geht normalerweise davon aus, der Schöpfer sei der höchste Gott. Jedoch informiert uns hier der Schöpfer selbst über seine untergeordnete Rolle und verweist seinen Sohn Narada Muni auf die höchste Quelle, Shri Krishna, den höchsten Herrn. Darum ist es kein Wunder, wenn die meisten Menschen den Schöpfer verehren und ihn für den Höchsten halten. Für den gewöhnlichen Menschen ist diese Haltung vorteilhaft und bringt ihn voran. Auf dem Weg zurück, also dem religiösen Weg, stößt man irgendwann auf die transzendentale Welt, Vaikuntha! Die Verehrer des Schöpfers sind auf der richtigen Spur, obwohl sie das Gesamtbild noch nicht sehen. Damit können die Genderisten noch träumen. Sie können jedoch nicht die Schöpfung als solche wegdiskutieren, denn diese ist täglich 24 Stunden sichtbar, also Männlein, Weiblein, Kindlein, ordentliche Fortpflanzungsmanöver; Perversitäten wie Analverkehr u.ä. sind nichts Neues. Bereits im alten Testament wird z. B. über die Zustände in Sodom und Gomorra berichtet, und auch im Shrimad Bhagavatam findet man perverse Gestalten schon am Anfang der Schöpfung. Hier ein Auszug aus dem Shrimad Bhagavatam (3.20.23 ff):

„Brahma gebar sodann die Dämonen aus seinem Hinterteil, und sie hatten eine große Vorliebe für Sex. Weil sie sehr lüstern waren, näherten sie sich ihm, um Geschlechtsverkehr zu haben. Der verehrenswerte Brahma (der Schöpfer) lachte zunächst über die Torheit, doch als er sah, dass die schamlosen Asuras ihm schon nahe waren, wurde er zornig und lief angstvoll in großer Eile davon. ... Der Herr, der die Gemüter anderer deutlich sehen kann, bemerkte Brahmas Not und sagte zu ihm: ‚Wirf diesen deinen unreinen Körper von dir.’ So vom Herrn angewiesen, warf Brahma seinen Körper von sich.“

Es gibt also immer die verschiedensten Lebewesen im Kosmos und auch die richtigen Orte für jede Art. Vögel wohnen in Nestern; Löwen, Tiger, Elefanten, Affen u. a. im Dschungel etc. Zivilisierte Menschen ziehen Gesellschaften vor, in denen die für eine gute Entwicklung förderlichen Ratschläge des Schöpfers ernst genommen werden.

Die zweite Stufe der Zivilisation ist also ein Leben entsprechend dem Schöpfungsplan. In einer solchen Gesellschaft geht es um ein geordnetes Zusammenleben der Menschen entsprechend den geschaffenen Gegebenheiten, das heißt u. a.:

- Chancengleichheit entsprechend den natürlichen Veranlagungen der Menschen

- Eindämmung von Pornografie, Berauschung, Fleischkonsum und (Geld-)spekulation

- Förderung stabiler Familienbeziehungen

- Besonderer Schutz für Kinder, Mütter, Ältere und Gebrechliche sowie vorbildliche Lehrer

- Förderung von Keuschheit, Barmherzigkeit (incl. Tierliebe) und Wahrhaftigkeit

Leider befinden wir uns - wie wir bereits im vorigen Beitrag geschildert haben - nicht auf dieser zweiten Stufe sondern suhlen uns im Animalismus.

Ihr Diener

Parivadi das