Gleichgültigkeit

Thema 07/2005

Wenn man Menschen auf das Leid der Tiere bei Massenhaltung, Schlachtung etc. hinweist, zeigen sie oft Verständnis für fleischlose Ernährung oder den Verzicht auf Pelze. Müssten die Menschen die Tiere selbst umbringen, dann würden die meisten wohl Verzicht üben. In unserer polierten Scheinzivilisation ist es jedoch so weit gekommen, dass alles mundgerecht serviert wird. Dennoch ist ein intelligentes Lebewesen verpflichtet, verantwortungsvoll zu wählen.

Im Skanda-Purana, einem altindischen Geschichtswerk, wird die Begegnung eines Jägers mit dem großen spirituellen Lehrer Narada Muni geschildert:

Der Jäger mit Namen Mrigari genoss es, auf Tiere zu schießen, die dann langsam den Tod fanden. Er lebte vom Verkauf von Fellen, wie er das von seinem Vater gelernt hatte. Eines Tages erschien Narada Muni in der Gegend und sah angeschossene Tiere, die leidend verendeten. Daraufhin traf er auf den Jäger, den er fragte, warum er die Tiere auf grausame Weise töte. Der Jäger entgegnete, dass er dies von seinem Vater gelernt habe. Narada Muni bat den Jäger, die Tiere wenigstens so zu töten, dass sie nicht lange zu leiden hätten. "Wenn Du die Tiere halbtot schießt, müssen sie wegen Dir so lange leiden. Du wirst in der Folge ebenso leiden müssen."

Shrila Prabhupada kommentiert dazu unter anderem:

"Das ist eine maßgebliche Aussage der größten Autorität, Narada Muni. Wenn man einem anderen Lebewesen unnötige Schmerzen zufügt, muss man aufgrund der Naturgesetze mit eben solchen Reaktionen rechnen. Obwohl der Jäger Mrigari unzivilisiert war, erwarteten ihn dennoch solche Schmerzen. Wenn jedoch zivilisierte Menschen regelmäßig Tiere in Schlachthäusern mittels hochentwickelter Technik umbringen, um ihre sogenannte Zivilisation zu erhalten, ist es kaum noch kalkulierbar, was die Reaktionen sein werden. ... Es wird gesagt, ein Jäger, Mörder oder Killer solle weder leben noch sterben. Zeit seines Lebens häuft er nämlich Sünden an, und wenn er stirbt, wird er unverzüglich leiden müssen. ... Als Nachfolger vedischer Prinzipien akzeptieren wir die Aussagen Narada Munis diesbezüglich. Es ist unsere Pflicht, dafür zu sorgen, dass niemand infolge sündhafter Handlungen unnötig leidet. Dumme Schurken werden in der Bhagavad-gita als mayayapahrita-jnanah bezeichnet, was darauf hindeutet, dass sie, obwohl oberflächlich gebildet, aufgrund der illusionierenden Energie (maya) wirklichen Wissens beraubt sind. Solche Leute leiten heute die menschliche Gesellschaft. ... Diese Schurken sind blind und führen andere, die ebenfalls blind sind. Wenn die Menschen diesen Führern folgen, werden sie in der Zukunft unsäglich leiden müssen. Trotz sogenannten Fortschritts findet dies alles statt. Wer ist sicher? Wer ist glücklich? Wer ist ohne Angst?"

Im Verlauf der Geschichte überzeugte Narada Muni den Jäger, das Jagen ganz einzustellen, um sich dem spirituellen Leben zuzuwenden. Der Jäger wurde ein angesehener Heiliger, der sogar darauf achtete, keine Ameisen oder andere Insekten zu zertreten.

Es ist verwunderlich, dass immer noch so viele Menschen gleichgültig in den Tag hinein leben und nichts gegen Massentierhaltung, Tierversuche, Schlachthäuser, Jagd, Fellfarmen etc. unternehmen. Stattdessen berufen sich sogar Christen auf den Heiligen Sankt Hubertus, um die Jäger zu segnen. Auf diese Weise werden selbst Gläubige in ihrem blutigen Handwerk unterstützt.

Die modernen Gesellschaften können nicht als zivilisiert eingestuft werden. Schlimmer als barbarische Eingeborene im Dschungel nehmen sich ungestraft viele das Recht heraus, Lebewesen massenweise einzusperren, zu foltern, zu ermorden und in Treibjagden zu hetzen, anzuschießen oder zu erschießen. Die meisten Bürger nehmen dies als selbstverständlich hin.

Natürlich wird der Einwand gebracht, man könne ohnehin nichts tun, da alles bereits so eingerichtet ist. "Es war schon immer so. Was kann ich machen?" Das stimmt jedoch nicht. Jeder kann Zeichen setzen, die die herrschenden Zustände beeinflussen. Wir können uns heute ohne weiteres fleischlos ernähren, und es gibt viele Möglichkeiten, sich für die Tiere einzusetzen, sich gegen die Jagd auszuprechen.

Es geht - wie immer - darum, selbst aktiv Stellung zu beziehen. Dies hat die größte Wirkung und wird von Gott anerkannt.

Euer nachdenklicher Diener
Parivadi das