Frühling, ja Du bists!

Thema 12/2007


Govinda, der Beschützer der Lebewesen

Frühling, ja Du bists!

Frühling lässt sein blaues Band
wieder flattern durch die Lüfte;
Süße, wohlbekannte Düfte
Streifen ahnungsvoll das Land.
Veilchen träumen schon,
Wollen balde kommen.
- Horch, von fern ein leiser Harfenton!
Frühling, ja du bists!
Dich hab ich vernommen!

(Eduard Mörike 1804 - 1875)

und noch ein Gedicht dieses Romantikers:

Im Frühling

Hier lieg ich auf dem Frühlingshügel:
Die Wolke wird mein Flügel,
Ein Vogel fliegt mir voraus.
Ach, sag mir, all einzige Liebe,
Wo du bleibst, dass ich bei dir bliebe!
Doch du und die Lüfte, ihr habt kein Haus.
Der Sonnenblume gleich steht mein Gemüte offen,
Sehnend,
Sich dehnend
In Lieben und Hoffen.
Frühling, was bist du gewillt?
Wann werd ich gestillt?

Die Wolke seh ich wandeln und den Fluss,
Es dringt der Sonne goldner Kuss
Mir tief bis ins Geblüt hinein;
Die Augen, wunderbar berauschet,
Tun, als schliefen sie ein,
Nur noch das Ohr dem Ton der Biene lauschet.
Ich denke dies und denke das,
Ich sehne mich, und weiss nicht recht, nach was:
Halb ist es Lust, halb ist es Klage;
Mein Herz, o sage,
Was webst du für Erinnerung
In golden grüner Zweige Dämmerung?
- Alte unnennbare Tage!

Anmerkungen von Parivadi das:

Diese wunderschönen Exemplare spätromantischer Lyrik zeigen auf, wonach sich die ewigen Lebewesen sehnen. Sehnsucht lässt sich nicht durch physikalische Gleichungen berechnen; Sie ist etwas gänzlich antimaterielles, entspringt der spirituellen Seele.

Es ist Shri Krishna, der Allanziehende, umringt von Seinen Gefährtinnen und Gefährten, der ewige Frühling frischer Jugend, was Er in der Bhagavad-gita bestätigt:

"Von allen Jahreszeiten bin ich der blumenreiche Frühling!" (10.35)

Hier nun ein Ausschnitt aus dem Krishna-Buch, Kapitel 21, der das Ziel der Sehnsucht detailierter beschreibt:

Krishnas Flötenspiel bezaubert die gopis

Krishna freute Sich sehr an der Atmosphäre des Waldes, in dem die Blumen farbenprächtig blühten und die Bienen und Drohnen vergnügt umhersummten. Die Vögel, Bäume und Zweige des Waldes sahen alle sehr glücklich aus, während Krishna, der von Balarama un den Kuhhirtenjungen begleitet wurde, die Kühe hütete, und in dieser Szene begann Krishna, auf Seiner transzendentalen Flöte zu spielen. Die gopis in Vrindavana, die Krishnas Flöte vernahmen, erinnerten sich bei diesem Klang an Ihn, und sie erzählten sich gegenseitig, wie schön Krishna auf der Flöte spielte. Als die gopis die süßen Töne von Krishnas Flöte beschrieben, erinnerten sie sich auch an ihre Begegnungen mit Ihm; dadurch wurden sie ganz verwirrt, und sie waren nicht mehr imstande, passende Worte zu finden, um die wunderbaren Klangschwingungen zu beschreiben. Während sie miteinander über die transzendentalen Klänge sprachen, erinnerten sie sich daran, wie Krishna gekleidet und geschmückt war: Er trug eine Pfauenfeder im Haar, genau wie ein Tänzer, und hatte Sich blaue Blumen hinter das Ohr gesteckt. Sein Gewand leuchtete goldgelb, und Er trug eine vaijayanti-Girlande um den Hals. Auf diese Weise gekleidet, wirkte Krishna auf alle anziehend, und Er füllte die Tonlöcher Seiner Flöte mit dem Nektar, der von Seinen Lippen strömte. Die gopis erinnerten sich an Ihn, wie Er den Wald von Vrindavana betrat, der immer von Seinen Fußspuren und denen Seiner Gefährten verherrlicht wird.

Krishna spielte seine Flöte mit unvorstellbarer Meisterhaftigkeit, und die gopis wurden von den Klängen der Flöte bezaubert, die nicht nur auf sie eine Anziehungskraft ausübten, sondern auch auf alle anderen Lebewesen, die sie vernahmen. Eine der gopis sagte zu ihren Freundinnen: "Die höchste Vollkommenheit der Augen ist es, Krishna und Balarma zu sehen, wie Sie gerade den Wald betreten und auf Ihren Flöten spielen, während sie gemeinsam mit Ihren Freunden die Kühe hüten."

Diejenigen, die Krishna fortwährend in transzendentaler Meditation innerlich und äußerlich sehen, indem sie daran denken, wie Er auf Seiner Flöte spielt, den Wald von Vrindavana betritt und zusammen mit den Kuhhirtenjungen die Kühe hütet, haben tatsächlich die Vollkommenheit des samadhi erreicht. Samadhi (Trance) bedeutet, dass alle Sinnesaktivitäten auf ein bestimmtes Objekt konzentriert sind, und die gopis weisen hier darauf hin, dass die Spiele Krishnas die Vollkommenheit der Meditation und des samadhi darstellen. In der Bhagavad-gita wird bestätigt, dass derjenige, der immer in Gedanken an Krishna versunken ist, als der höchste aller yogis angesehen werden muss.

...

Es ist ganz wichtig in unserer Zeit, dass wir uns nicht von diesen wunderbaren Aussichten abbringen lassen!!!

Euer Diener
Parivadi das