Thema Woche 16

Zurück zu Gott

His Divine Grace Shrila Prabhupada erwähnte einmal Miltons Werk "Lost Paradise" als Gleichnis für unsere Situation in der materiellen Welt. Tatsächlich ist es so, dass wir in der materiellen Welt nicht wirklich glücklich sein können. Hierin sind sich alle Spiritualisten einig. Ob es nun Buddha ist, der das materielle Dasein als leidvoll beschreibt oder Jesus, der uns rät, die materielle Existenz als Brücke zu betrachten, die man schnell überqueren soll, oder ob der bekannte Vertreter des Monismus, Shri Shankara, die Rückkehr in die Einheit predigt, alle raten sie uns an, die materielle Bedingtheit hinter uns zu lassen.

Es besteht also in spirituellen Kreisen zweifelsfreie Einigkeit darüber, dass wir die materielle Welt überwinden sollten. Man sucht in der heutigen Medienwelt fast vergeblich nach Beiträgen, die diesen unumstrittenen Tatsachen gerecht werden. Stattdessen wird man rund um die Uhr dazu animiert, das Glück doch in dieser Welt zu suchen; ein himmelschreiender Misstand angesichts der Tatsache, dass wir Gefangene der materiellen Natur sind. Auch die Häftlinge sehen heutzutage meist TV, genauso wie diejenigen, die sich für befreit halten, jedoch eben auch eingesperrt sind.

Die Religionen versagen oft darin, diese Tatsachen klar zu präsentieren und die Alternative darzustellen. Daher sind die Gläubigen oft mutlos und geben sich der materialistischen Propaganda hin; mangels einer klaren Perspektive. Diese Bankrotterklärung sollte nicht akzeptiert werden!

Stattdessen sollten wir uns mit begründeter Hoffnung und Vertrauen auf den Weg nach Hause zu Gott begeben, der uns näher ist als wir es wahrhaben möchten oder können. Im gegenwärtigen Zeitalter - genannt Kali-Yuga - ist nun bereits vor rund 500 Jahren, genauer gesagt im Jahr 1486 AD, Shri Krishna in Seiner goldenen Form als Shri Krishna Chaitanya erschienen, um uns aus unserer Isolation zu befreien. Der Vorgang ist einfach aber erhaben, denn die Wahrheit ist von solcher Natur. Sie ist nicht kompliziert:

Wir können mit Krishna, der Quelle aller Freude, in Verbindung treten, indem wir Seine Namen chanten, uns an sie erinnern, inniglich über sie meditieren. Shri Chaitanya führte für die ganze Welt das Chanten des Hare-Krishna-Maha-Mantra ein:

Hare Krishna Hare Krishna
Krishna Krishna Hare Hare
Hare Rama Hare Rama
Rama Rama Hare Hare

Wenn wir auf diese Weise in einer dienstbereiten Haltung mit Shri Krishna in Verbindung treten, wird Er uns auf Wege leiten, die unserem Wohl und dem Wohl der anderen dienlich sind. Aus der Bhagavad-gita erfahren wir, dass wir nicht die Handelnden sondern Beobachter sind (s. Verse 5.8 und 5.9 und viele andere, z. B. 3.5, 3.27, 3.33, 5.14, 13.30, 13.32). Wir werden - ähnlich wie Marionetten - geführt, denken aber für gewöhnlich, wir seien selbst die Gestalter. Diese Tatsache wird dann jedoch auch wieder falsch verstanden in der Weise, dass gesagt wird, wir hätten keinerlei Einfluss auf das Geschehen. Dies ist nicht wahr. Vielmehr gilt das deutsche Sprichwort

"Der Mensch denkt und Gott lenkt."

Aus der Katho-Upanishad erfahren wir (2.2.13):

nityo nityananam cetanas cetananam eko bahunam yo vidadhati kaman

Übersetzung:

"Der höchste Herr ist ewig und die Lebewesen sind es auch. Der Höchste Herr ist eine bewusste Person und auch die Lebewesen sind so beschaffen. Der Unterschied besteht darin, dass der Höchste Herr alles für die Lebewesen notwendige zur Verfügung stellt."

Gott leitet die Lebewesen somit entsprechend deren Neigungen, was besonders klar und deutlich aus folgendem Vers der Bhagavad-gita (4.11) hervor geht:

ye yatha mam prapadyante
tams tathaiva bhajamy aham
mama vartmanuvartante
manusyah partha sarvasah

Übersetzung:

Alle belohne Ich in dem Maße, wie sie sich Mir ergeben. Jeder folgt Meinem Pfad in jeder Hinsicht, o Sohn Prithas.

Somit steht es den Lebewesen also frei, sich dem Ruf Gottes zu ergeben, oder dies zu verweigern, mehr oder weniger. Je nach unserer Gotteshingabe gestaltet Gott unsere Zukunft. So hängen die Dinge zusammen:

Wir sind unseres Glückes Schmied, jedoch nicht direkt, sondern unter Gottes Führung. Damit ist sonnenklar, dass unser Glück von der Freude des Lenkers abhängt. Je besser - ja am besten liebevoller - unser Verhältnis zur Quelle aller Freude wird, desto freudvoller wird unsere Zukunft sein, und auch die Zukunft aller Lebewesen, mit denen wir fruchtbare Beziehungen auf der Grundlage dieser Erkenntnisse pflegen. Es gibt ihn tatsächlich, den Heilsweg. Viele mögen nicht dran glauben, da sie durch den Kampf in der materiellen Natur müde und frustriert geworden sind:

Shrila Prabhupada sagt dazu:

"Verwirrt durch so viele Theorien und durch Widersprüche verschiedener philosophischer Spekulationen, fühlen sie sich abgestoßen oder werden zornig und kommen törichterweise zu der Schlussfolgerung, es gäbe keine höchste Ursache und letztlich sei alles leer. Solche Menschen befinden sich in einem krankhaften Lebenszustand." (Aus dem Kommentar zu Vers 4.10 der Bhagavad-gita, wie sie ist)

Um aus dieser Situation heraus zu kommen, benötigt man gelebte spirituelle Kultur, die direkt den alternativen Einblick vermittelt und nicht auf die Zukunft vertröstet. His Divine Grace A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada zeigte den Heilsweg durch sein Beispiel und Leben, so wie andere große Gottgesandte der Vergangenheit. Es gibt hier nur Widersprüche für Menschen, die in äußerlichen kulturellen Details verfangen sind. Die ISKCON ist darum bemüht, im interreligiösen Dialog aufzuzeigen, dass die meist aufgebauschten Unterschiede nicht das wesentliche Merkmal wahrer Spiritualität sind.

Prahlad Maharaja, ein großer Gottgeweihter, einer der 12 größten vedischen Autoritäten (Mahajanas), betet:

"Möge das ganze Universum von Glück gesegnet sein, und mögen alle neidischen Personen friedlich werden! Mögen alle Lebewesen durch das Praktizieren von hingebungsvollem Dienst (bhakti-yoga) ihre innere Ruhe finden, denn wenn sie hingebungsvollen Dienst praktizieren, werden sie an das Wohlergehen ihres Nächsten denken. Lasst uns deshalb alle der höchsten Transzendenz, Shri Krishna, dienen, und immer in Gedanken an Ihn versunken sein." (Shrimad Bhagavatam 5.18.9)

Euer Diener
Parivadi das