Thema Woche 27

Gefährliches Kopftuch?

Die muslimische Lehrerin, Frau Ludin, darf nach einer Verfügung des baden-württembergischen Kultusministeriums während des Unterrichts kein Kopftuch tragen. Darüber ist ein nun bereits jahrelang andauernder Rechtsstreit entbrannt. Die Art, wie Frau Ludin sich verhalte, sei eine unzulässige Werbung für die Förderung der Unterwürfigkeit von Frauen, so das Ministerium. Mit anderen Worten: Man wirft Frau Ludin vor, sie benutze ihre Stellung dazu, ein islamisches Weltbild zu propagieren, welches die Minderwertigkeit der Frau mit einschließe.

Wir maßen uns nicht an, hier den Schiedsrichter spielen zu wollen, möchten aber folgendes zu bedenken geben:

In der heute real existierenden Gesellschaft stehen verschiedenartigste Weltbilder in Konkurrenz nebeneinander. Im Unterricht wird dies meist positiv mit dem Begriff Pluralismus umschrieben. Als Schüler haben wir erlebt, dass die Lehrer(innen) selbstverständlich ihre private Note vermittelt haben, denn es handelt sich ja um Personen, nicht um Roboter! Der eine Lehrer ist etwas konservativer, während der andere sozial-revolutionäre Einsichten mit einbringt. Die eine Lehrerin mag scheu wirken, während eine andere mehr wie eine Frauenrecht-lerin anmutet. Jeder Mensch macht mit seinem Auftritt immer auch Werbung. Das ist unvermeidlich und gut so! Die Vielfalt ist die Mutter der Freude. Warum sollte ein schablonenhaftes Menschenbild im Unterricht geeignet sein, die Phantasie der Kinder anzuregen? Bildung ist mehr als die Produktion von funktionierenden Marionetten für das vorherrschende Wirtschaftssystem.

Was Shrila Prabhupada jedenfalls an den Muslimen gefiel, war ihr Festhalten an religiösen Werten. Die Keuschheit ist eines der höchsten religiösen und gesellschaftlichen Gütern. Darum ist es bezeichnend, dass der in die Dekadenz hin abdriftende Westen es lieber sieht, wenn die Frauen ihre Reize offener zur Schau stellen.

Wir wollen damit nicht behaupten, das Kopftuch sei alleine der Garant für Keuschheit und diejenigen Frauen kritisieren, die keins tragen, aber wir haben besonderen Respekt vor Frauen, die der sexuellen Ausbeutung entschieden entgegen treten.

Ihr Diener

Parivadi das