Thema Woche 27

Digitale Sklaverei

... fünf vor Zwölf, mal noch schnell zur Post, vielleicht schaff ichs noch, oh nur ein Schalter besetzt, der ist auch nicht gerade der schnellste, scheint von der Postgewerkschaft zu sein, es wird schon klappen, noch gerade ein Telefonat mit dem Handy, Postfach leeren, Briefe gleich mal öffnen, während ich in der Warteschlange stehe, ah gleich mal ne Rückantwort mit dem beigelegten Kuvert abschicken, neues Konto eröffnen mit höherem Zins, DSL ist billger geworden, gleich mal umsteigen, oh die Service-Telefonnummer ist immer besetzt, mal direkt online umbuchen, Computer bleibt hängen, Viren-Update nicht vergessen, jetzt bloß bald internet-Telefonie einrichten, da kann man gut sparen, nun zum Kindergarten, Sohnemann abholen, fürs Kochen kaum Zeit, mal sehen, wie wirs heute einrichten, Treffen mit Kollegen nicht vergessen, Geschenk für Hochzeit kaufen, Geschenkpapier gleich mitnehmen und Tesafilmrolle ins Auto bringen, damit ich nicht nochmal zurück muss, was schenk ich denen bloß, man will ja nicht mir leeren Händen dastehen, die haben doch schon alles, wie seh ich bloß aus, ich brauch unbedingt mal eine neue Hose, Schuhe putzen, so kanns nicht weiter gehen, na ja, es wird schon irgendwie klappen, tanken fahren nicht vergessen, sogar der Diesel schon bei 1,10 Euro, vielleicht gehts ja wieder runter, daher nur 10 Euro in den Tank heute ...

Ist das die Freiheit, von der wir träumen?

In unserer ursprünglichen Heimat geht es anders zu:

Krishna freute Sich sehr an der Atmosphäre des Waldes, in dem die Blumen farbenprächtig blühten und die Bienen und Drohnen vergnügt umhersummten. Die Vögel, Bäume und Zweige des Waldes sahen alle sehr glücklich aus, während Krishna, der von Shri Balarama und den Kuhhirtenjungen begleitet wurde, die Kühe hütete, und in dieser Szene begann Krishna auf Seiner transzendentalen Flöte zu spielen. Die gopis (Kuhhirtenmädchen) in Vridavana, die Krishnas Flöte vernahmen, erinnerten sich bei diesem Klang an Ihn, und sie erzählten sich gegenseitig, wie schön Krishna auf Seiner Flöte spielte. Als die gopis die süßen Töne von Krishnas Flöte beschrieben, erinnerten sie sich auch an ihre Begegnungen mit Ihm; dadurch wurden sie ganz verwirrt, und sie waren nicht mehr imstande, passende Worte zu finden, um die transzendentalen Klänge zu beschreiben. Während sie miteinander über die transzendentalen Klänge sprachen, erinnerten sie sich daran, wie Krishna gekleidet und geschmückt war: Er trug eine Pfauenfeder im Haar, genau wie ein Tänzer, und hatte Sich blaue Blumen hinter das Ohr gesteckt. Sein Gewand leuchtete goldgelb, und Er trug eine vaijayanti-Girlande um den Hals. Auf diese Weise gekleidet, wirkte Krishna auf alle anziehend, und Er füllte die Tonlöcher Seiner Flöte mit Nektar, der von Seinen Lippen strömte. Die gopis erinnerten sich an Ihn, wie Er den Wald von Vrindavan betrat, der immer von Seinen Fußspuren und denen Seiner Gefährten verherrlicht wird.

Krishna spielte Seine Flöte mit unvorstellbarer Meisterhaftigkeit, und die gopis wurden von den Klängen der Flöte bezaubert, die nicht nur auf sie eine Anziehungskraft ausübten, sondern auch auf alle anderen Lebewesen, die sie vernahmen. Eine der gopis sagte zu ihren Freundinnen: "Die höchste Vollkommenheit der Augen ist es, Krishna und Balarama zu sehen, wie sie gerade den Wald betreten und auf ihren Flöten spielen, während sie gemeinsam mit Ihren Freunden die Kühe hüten."


Diejenigen, die Krishna fortwährend in transzendentaler Meditation innerlich und äußerlich sehen, indem sie daran denken, wie Er auf Seiner Flöte spielt, den Wald von Vrindavan betritt und zusammen mit den Kuhhirtenjungen die Kühe hütet, haben tatsächlich die Vollkommenheit des samadhi (höchste Stufe des Yoga-Pfades) erreicht. Samadhi (Trance) bedeutet, dass alle Sinnesaktivitäten auf ein bestimmtes Objekt konzentriert sind, und die gopis weisen hier darauf hin, dass die Spiele Krishnas die Vollkommenheit der Meditation und des samadhis darstellen. In der Bhagavad-gita wird bestätigt, dass derjenige, der immer in Gedanken an Krishna versunken ist, als der höchste aller yogis angesehen werden muss. ...

(Aus Krishna-Buch, 21. Kapitel)

Euer Diener

Parivadi das