Thema Woche 28

Wunder

Shrila Prabhupada sagte einmal, dass die Techniker zwar große Flugzeuge entworfen haben, jedoch jede Fliege ein wesentlich faszinierenderes Gebilde ist; alleine wie flink die sind!

Wenn wir unsere Augen schulen, dann sehen wir überall nur Wunder; im gesamten Weltgeschehen! Es ist schulwissenschaftlich unerklärlich. Der Sanskritausdruck dafür lautet "acintya". Der große Philosoph Sokrates kam ebenfalls zur Schlussfolgerung "Ich weiss, dass ich nichts weiss!" Es stünde den Fortschrittsgläubigen gut an, sich in Demut zu üben und zuzugeben, dass sie die Urgründe der Welt nicht erklären können. Kinder können sich meist noch mehr wundern als Erwachsene, die im Alltagstrott oft die Antenne für das sich Wundern verlieren. Dabei sind alle beobachtbaren und auch nicht beobachtbaren Phänomene nichts als Wunder. Alleine schon die Schwerkraft der Erde ist ein Faktum, welches ehrlichen Forschern Kopfzerbrechen bereitet. Für uns ist diese Kraft eine Selbstverständlichkeit, jedoch wissen die Schulwissenschaftler nicht, woher diese und andere fundamentale Naturkonstanten kommen.

In einer Kultur, die in Glaubensfragen angeblich neutral ist, wird unterschwellig die "wissenschaftliche" Ansicht vertreten, Materie organisiere sich selbst und entwickle sich aus sich selbst heraus zu komplexen Formen bis hin zu den Lebewesen.

Sozusagen aus dem Nichts, oder aus verdichteter Materie soll also alles entstanden sein; logisch, oder? Dieser blinde Glaube wird heute in den Schulen als neutrale Wissenschaft verkauft. Dabei können die materialistischen Analytiker die Materie nicht zu fassen bekommen. Bei ihren teuren Forschungsarbeiten an den Bausteinen der Materie zieht sich diese immer weiter zurück. Sie verhält sich auf eine Weise, die sich starren physikalischen Erklärungsversuchen entzieht.

Die materialistischen Wissenschaftler schreiben der Materie - die sie nicht erklären können - göttliche Eigenschaften zu, denn sie behaupten ja, die Materie organisiere sich selbst. Die Materie ist in ihren Augen intelligent, sie lebt auf deutsch gesagt. Damit widersprechen sich Atheisten selbst, denn sie vergöttern die Materie, haben also auch ihren Gott.

In den vedischen Schriften wird die Materie ebenfalls als göttlich beschrieben:

daivi hy esa guna-mayi
mama maya duratyaya
mam eva ye prapadyante
mayam etam taranti te

Übersetzung: "Diese Meine göttliche Energie, die aus den drei Erscheinungsweisen der materiellen Natur besteht, ist sehr schwer zu überwinden. Aber diejenigen, die sich Mir ergeben, können sie leicht hinter sich lassen." (Bhagavad-gita 7.14)

Shrila Prabhupada kommentiert u.a.:

"Die niedere, materielle Natur wird hier als göttliche Natur bezeichnet, weil sie mit dem Göttlichen verbunden ist und vom göttlichen Willen bewegt wird. Weil hinter der materiellen Natur der göttliche Wille steht, kann sie beim Aufbau und bei der Zerstörung der kosmischen Manifestation auf solch wunderbare Weise wirken, obwohl sie eigentlich zur niederen Kategorie gehört. Die Veden bestätigen dies wie folgt: "mayam tu prakritim vidyan mayinam tu mahesvaram", übersetzt: "Maya (Illusion) ist falsch, das heißt zeitweilig, doch im Hintergrund mayas befindet Sich der höchste Zauberer, die Persönlichkeit Gottes, der der höchste Herrscher, Mahesvara, ist." (Svetasvatara Upanishad 4.10)."

Der wichtige Unterschied zwischen den Materialisten und den Theisten ist der, dass die Materialisten bei der illusionierenden Ausstrahlung Gottes stehen bleiben (und diese für das ein und alles halten), während die Theisten den Vorhang lüften möchten, um ihre Beziehung mit dem Ursprung der Illusion verstehen zu können. Die Materialisten begnügen sich, die Wirkung zu studieren, können diese aber natürlich nicht erklären, da sie den Ursprung der Wirkung nicht mit einbeziehen. Es ist nur zu natürlich, dass sie oft zu der Schlussfolgerung kommen, alles sei letztlich ohne höheren Sinn und einfach eine Art blindes Treiben von Quantenteilchen, das Zufallsprodukte hervorbringe. Natürlich kann dies nicht bewiesen werden, doch in den Lehrplänen der Bildungsantalten gilt dies als Wissenschaft.

Je mehr wir den Energieursprung zu verstehen lernen, desto mehr Sinn ergibt das Weltgeschehen! Die Wunder der Natur sind Hinweise auf die überwältigende Natur des Ursprungs, auf Seine Schönheit, Allmacht, Stärke, Entsagung und seinen Ruhm und Reichtum. Wir, Seine Teile, dürfen Ihn in dem Maß erkennen, wie wir uns Ihm gegenüber verhalten:

ye yatha mam prapadyante
tams tathaiva bhajamy aham
mama vartmanuvartante
manusya partha sarvasah

"Alle belohne Ich in dem Maße, wie sie sich Mir ergeben. Jeder folgt Meinem Pfad in jeder Hinsicht, o Sohn Prithas." (Bhagavad-gita 4.11)

Selbstverständlich folgen daher auch die Materialisten dem Pfad Gottes. Sie konzentrieren sich auf den materiellen Aspekt Shri Krishnas, Maya, und Shri Krishna beschäftigt sie in ihren Studien, solange sie möchten. Die Veden raten davon ab, denn man verliert sich bei diesem Studium und kommt nicht zu endgültigen Schlussfolgerungen. Es handelt sich ja schließlich gerade um die illusionierende Energie. Wir dürfen diesen Trugbildern nachlaufen, solange wir wollen. Das ist die Barmherzigkeit Shri Krishnas. Aber Shri Krishna kommt auch immer wieder auf die Lebewesen zu, um sie in die spirituelle Welt einzuladen. Daher bringt er auch die Wissenschaftler zum Wundern, die mehr und mehr zu dem Ergebnis kommen, dass physikalische Formeln die Welt nicht erklären können; nur die ehrlichen unter ihnen! Die kosmische Manifestation ist von göttlicher Intelligenz durchdrungen; andernfalls würde sofort alles zusammen fallen; zu der Ursuppe, aus der alles geschöpft wurde. (zur Ursuppe siehe Fußnote unten)

Albert Einstein, einer der größten "Götter" des letzten Jahrhunderts gab gegen Ende seines Lebens zu, dass seine Theorien wohl doch nicht stimmen, besonders die Relativitätstheorien. Dies wird im offiziellen Schulunterricht gerne verschwiegen. Man sollte den Nobelpreis lieber Gott geben, so Shrila Prabhupada zu diesem Thema!

Schlussfolgerung: Alles um uns herum ist nicht durch starre Formeln erklärbar. Shri Krishna, Gott, ist der höchste Mystiker, der Seine Energien auf solch zauberhafte Weise entfaltet, dass dies weit über mechanistische Spielereien hinaus geht. Er schafft dazu auch grob- und feinstoffliche Naturgesetze, um den Lebewesen eine sichere Basis für ihr Leben in der Materie zu geben. Allerdings gehen diese Gesetze weit über die Erklärungsversuche der heutigen "Schulwissenschaft" hinaus, besonders deshalb, weil die Gesetze durch Persönlichkeiten verwaltet werden. Es handelt sich eben nicht um starre Gesetze. Vielmehr stehen hinter allem höhere Personen und hinter diesen Personen die Höchste Persönlichkeit Gottes. Das Weltgeschehen ist daher nicht mechanistisch starr beschreibbar, sondern dynamischer persönlicher Natur. Daher kommen Atheisten einfach nicht zu einem Ergebnis, da ihre Formeln niemals persönliche Spiritualität beschreiben können. Sie sprechen dann von der Unschärfe materieller Beschreibungsversuche. Das einzige, was hier unscharf ist, ist die durch die illusionierende Energie getäuschte Intelligenz der Materialisten.

Euer Diener

Parivadi das

Zum Thema Ursuppe:

1) Im Shrimad Bhagavatam wird diese Ursuppe als "pradhana" bezeichnet. Ohne göttliche Anregung durch den Zeitfaktor verbleibt diese ewige Ursubstanz in einem undifferenzierten Ruhezustand, ähnlich einem formlosen Schatten.