Thema Woche 29

Was ist transzendental ?

 

Das individuelle dharma

Shrila Prabhupada gibt in der Erläuterung zum Vers 5 des 16. Kapitels der Bhagavad-gita eine erstaunliche Definition des Wortes "transzendental". Er sagt dort:

"Jeder, der die regulierenden Prinzipien befolgt, die für seine jeweilige Stellung gelten, befindet sich auf der transzendentalen Ebene."


Er bringt damit zum Ausdruck, dass jeder, in welcher Stellung er sich auch befinden, welche Fähigkeiten er auch haben oder welche Intelligenz er auch haben mag, die Möglichkeit hat, sich zu erheben, indem er sich in einer bestimmten Weise verhält. Damit widerspricht er erfreulicherweise deutlich denjenigen, die mit ewiger Verdammnis drohen oder die bestimmte Personen vom spirituellen Fortschritt ausschließen wollen. Shrila Prabhupada´s Vision der Respiritualisierung der Menschheit ist sehr umfassend.

Es ist nun natürlich nicht immer einfach herauszufinden, welche Prinzipien für den einen oder anderen glückverheißend sind. Für den westlichen modernen Menschen lässt sich jedoch eine Grundrichtung ausmachen, die man in etwa wie folgt darstellen kann:

1. Einsicht über die Abhängigkeit von Gott

Shrila Prabhupada hat dieses Prinzip sehr stark hervorgehoben. Das moderne Prinzip der Machbarkeit führt die Menschheit in eine Sackgasse, da es auf einem Irrtum beruht. Jedes Lebewesen ist in jedem Bruchteil einer Sekunde auf die Barmherzigkeit Gottes angewiesen. Nichts - aber auch gar nichts - funktioniert, wenn die Überseele - der Paramatma - oder Shri Krishna nicht die Sanktion dazu geben:

"Der Ort der Handlung (der Körper), der Ausführende, die verschiedenen Sinne, die vielen verschiedenen Arten von Bemühungen und letztlich die Überseele - dies sind die fünf Faktoren einer Handlung. Jede richtige oder falsche Handlung, die ein Mensch mit Körper, Geist oder Worten ausführt, wird von diesen fünf Faktoren verursacht. Daher ist jemand, der sich für den alleinigen Handelnden hält und diese fünf Faktoren nicht in Betracht zieht, gewiß nicht sehr intelligent und kann die Dinge nicht so sehen, wie sie sind." (Bhagavad-gita 18.14 bis 18.16)


Wer versteht, dass das Lebewesen zwar einen Impuls in Form eines Wunsches äußert, jedoch daraufhin der gesamte Ablauf der Wunscherfüllung von Gott abhängt, sieht die Welt in einem völlig anderen Licht als der Materialist.

2. Mitleid mit den Lebewesen

Diese Eigenschaft sollte ein jeder kultivieren. Zum Beispiel kann man mehr und mehr auf Produkte aus dem Schlachthaus verzichten.


3. Hingebungsvoller Dienst

Im zwölften Kapitel der Bhagavad-gita zeigt Shri Krishna ein weites Spektrum auf, wie sich das Lebewesen in verschieden starker Intensität zum hingebungsvollen Dienst aufschwingen kann, dem höchsten Ziel des Lebens. Gerade auch in den Kommentaren zu diesen Versen erkennt man Shrila Prabhupadas weite Sicht und Vision. Als Abschlussbeispiel möge hier ein Teil der Erläuterung zu Vers 10 des 12. Kapitels der Bhagavad-gita angeführt werden:

"Selbst jemand, der nicht imstande ist, die Vorgänge des bhakti-yoga unter der Anleitung eines spirituellen Meisters auszuüben, kann auf die Stufe der Vollkommenheit erhoben werden, wenn er für den Höchsten Herrn arbeitet. ... Selbst wenn man also nicht direkt die Prinzipien des bhakti-yoga ausüben kann, kann man versuchen, die Gottgeweihten in ihrer Mission zu unterstützen. ... Dieser freiwillige Dienst für die Mission des Krishna-Bewusstseins wird einem helfen, seine Liebe zu Gott zu entwickeln, wodurch man die Vollkommenheit erreicht."


Und weiter kommentiert Shrila Prabhupada zu Vers 11:

"Es kann sein, dass man aus gesellschaftlichen, familiären oder religiösen Erwägungen oder aus anderen Hinderungsgründen nicht einmal imstande ist, mit den Tätigkeiten des Krishna-Bewusstseins zu sympathisieren. Wenn man sich direkt den Tätigkeiten des Krishna-Bewußtseins anschließt, könnten Familienangehörige Einwände erheben, oder es könnten viele andere Schwierigkeiten auftreten. Einem Menschen, der vor diesem Problem steht, wird geraten, die angehäuften Ergebnisse seiner Arbeit für einen guten Zweck zu spenden. ... So gesehen, können auch sozialer Dienst, Dienst an der Gemeinde, an der Nation ...usw. annehmbar sein."


Ein Studium des 12. Kapitels der Bhagavad-gita ist jedem zu empfehlen, der einen sicheren Platz im Weltgefüge sucht!

Euer Parivadi das