Thema Woche 36

Der größte Philosoph und Mystiker

Bereits in einem der letzten Beiträge haben wir angesprochen, dass die Reise eines jeden einzelnen Lebewesens im Kosmos von praktisch unermesslich vielen Faktoren abhängig ist. Gerade wenn wir in einem Bahnwaggon sitzen, können wir sehen, welcher Aufwand getrieben wird, um uns von Ort A nach Ort B zu bringen. Tonnen von Metall müssen geformt werden, um den Zug in richtige Bahnen zu lenken usw usw. Wenn wir den Kosmos betrachten, können wir uns nur über die Präzision wundern, mit der die Sonne, der Mond und die Sterne erscheinen und untergehen. Die kleinen Bestandteile der Materie sind nicht weniger faszinierend. Unser eigener Körper ist in sich ein technisches Meisterwerk. Obwohl wir darin gefangen sind, können wir verstehen, dass es einen Sinn haben muss, in dieser Situation nun einmal zu stecken. Daher kümmern wir uns um die Gesundheit des Fahrzeuges, um die Reisemöglichkeit effektiv nutzen zu können.

Es besteht oft das Missverständnis, dass religiöse Menschen negative Charaktere sein müssen, die nicht wissen, wie man richtig genießt. Genau das Gegenteil ist richtig, wie uns Shrila Prabhupada, der Gründer der ISKCON, lehrt. Die Materialisten sind diejenigen, die sich von Gott absondern und sich somit um die Vorteile Seiner Gemeinschaft bringen. Es stellt sich die berechtigte Frage, warum die Vorzüge des Gottesdienstes dann so schwer vermittelbar scheinen. Der Hauptgrund liegt darin, dass der materielle Kosmos gerade auch dazu dient, den Lebewesen die Illusion des unabhängigen Genießens zu ermöglichen. Dies wäre nicht möglich, wenn die spirituelle Wahrheit allgegenwärtig durchschiene. Gott hält sich also persönlich aus den Angelegenheiten der Materialisten heraus und lässt sie zunächst einmal gewähren. Gott gibt den Lebewesen also den Kosmos als Spielwiese und erhält ihn auf unbegreifliche Weise. Obwohl die meisten Lebewesen hier nicht wirklich an der persönlichen Gemeinschaft Gottes Interesse zeigen, werden sie doch alle von Gott erhalten! Gott ist in der Materie also als neutraler Zeuge gegenwärtig. Während Er mit Seinen Geweihten dynamische Beziehungen unterhält, macht Er sich für die Materialisten sozusagen unsichtbar, um sie in ihren eigensinnigen Unternehmungen nicht zu stören. Die Materialisten selbst sind es, die Störungen hervor rufen, weil es zwischen den verschiedenen Eigenbrötlern natürlicherweise eben zu Konkurrenzsituationen kommt. Man möchte reicher, schöner, gescheiter, entsagter, mächtiger, berühmter, glücklicher u.a. als der andere sein. Je nach Erscheinungsweise, in der man sich befindet, äußert sich dieser Wettbewerb in unterschiedlicher Form. Trinker beispielsweise möchten gerne zeigen, dass sie viel vertragen, während tugendhafte Philsosophen sich gegenseitig mit ihren Heilslehren übertreffen möchten. Daher gibt es so viele Weltanschauungen, denn jeder Gelehrte muss einen besonderen Beitrag zum besten geben, wenn er Anerkennung finden möchte. Gerade dies verursacht viel unnötigen Energieverlust für Menschen, die nach der Wahrheit suchen; Marx, Engels, Popper oder Freud, wer nun ist der Größte?

Es ist Gott Selbst, der der größte Philosoph ist:

"O Arjuna, als die Höchste Persönlichkeit Gottes weiß Ich alles, was in der Vergangenheit geschah, alles, was in der Gegenwart geschieht, und alles, was sich in der Zukunft ereignen wird. Ich kenne auch alle Lebewesen, doch Mich kennt niemand." (Bhagavad-gita 7.26)

Daher gilt die Bhagavad-gita unter Spiritualisten immer noch als die Standardabhandlung zur absoluten Wahrheit. Wir können Shri Krishna nicht übertreffen.

Es ist die unermessliche Barmherzigkeit Krishnas, dass Er jedes einzelne Lebewesen in der spezifischen Situation erhält und anleitet, direkt oder indirekt durch mystische Kräfte; genug Gründe also, Gott zu lobpreisen und sich mit Ihm zu freuen, mit Ihm zu kooperieren, Seine persönliche Gemeinschaft zu suchen. Wir gehören zu Ihm, es ist natürlich und der gesunde Zustand unserer Exisitenz.