Thema Woche 45

Aus heiterem Himmel?

Die Schulwissenschaft hat erfolgreich ein Weltbild etabliert, wonach sich das Weltgeschehen nach den Grundsätzen der Chaostheorie entwickle. Der Finanzcrash kommt demzufolge angeblich aus heiterem Himmel. Wir halten dem entgegen, dass Knappheit davon herrührt, dass Manipulatoren die Geldströme durcheinander bringen. Es wird gehortet, spekuliert und damit Macht ausgeübt. Die Regierungen sind längst nicht mehr Herr der Lage oder wollen es nicht sein.

Die inszenierte Wirtschaftskrise ist jedenfalls von den praktisch grob
übersehbaren Faktoren her aus betrachtet völlig überflüssig, denn

- die Landwirte sind noch da,
- die Umweltbedingungen haben sich nicht entscheidend verändert,
- die Rohstoffe sind noch da,
- die Fabriken sind noch da,
- die Händler sind noch da,
- Arbeiter, Angestellte und Beamte sind noch da,
- die Konsumenten sind noch da
- Geldscheine sind auch genügend da

Wenn all diese Faktoren in richtiger Weise zusammen wirken, dann ergibt sich daraus eine funktionierende Wirtschaft, oder nicht?

Woran liegts also, dass die Dinge ins Stocken geraten? Ursächlich dafür sind Personen, die viel Vermögen anhäufen, es aber nicht zum Wohl der Gesellschaft arbeiten lassen. Sie verfolgen machtpolitische Spielchen, insbesondere das Spiel Monopoly. Sie erzeugen Knappheit, Überfluss, Nachfrage oder Nachfragemangel, gerade so, wie es die Strategie zu noch größerem Einfluss erforderlich erscheinen lässt.

Was empfehlen die Hare-Krishnas in dieser Situation? Chant Hare Krishna and be happy! Ja, auf jeden Fall! Aber das ist nur ein Aspekt der Aktivitäten, die uns Shrila Prabhupada aufgegeben hat. Er sah die Wirtschaftskrise voraus und gab uns auf, einfache Lebensstrukturen auf dem Lande zu etablieren bzw. zu nutzen, um möglichst unabhängig vom machtpolitisch gelenkten Marktgeschehen zu leben. Selbst angesehene Wirtschaftexperten haben in jüngster Zeit angeraten, sich ein Stück Land zu kaufen. Ja, der Reichtum einer Gesellschaft ist von der natürlichen Nutzung des Landes abhängig. >Zurück zur Natur< ist daher nun wirklich der Spruch der Stunde. Man sollte vor allem auch die Geschöpfe lieben, die uns mit Nahrung versorgen, und sie nicht schlachten! Denn wer Gewalt säht, wird sie auch ernten, zum Beispiel in der Form von Wirtschaftstotalitarismus; Denn es ist kein Zufall, dass der Mensch eben in bestimmten Verhältnissen lebt, sondern es beruht auf dem Prinzip von Aktion und Reaktion (karma), dass die Manipulatoren plangemäß das Schicksal der Manipulierten erfüllen. Das ändert jedoch nichts daran, dass ihre Gier der Faktor ist, der sie selbst in der Zukunft in die Rolle der Sklaven bringen wird. Solche karma-Kreisläufe nehmen erst dann ein Ende, wenn zumindest eine Partei der Beteiligten zur spirituellen Vernunft kommt und die Kette unterbricht. Der Manipulierende kann nämlich - sofern er sich göttlich inspirieren lässt - ein liebevoller Mensch werden, der sich um die von ihm Abhängigen verantwortungsvoll kümmert. Der Manipulierte kann ebenfalls aussteigen, indem er sich in starkem Gottvertrauen von den Bedürfnissen, die ihn abhängig gemacht haben, verabschiedet und ein spirituell alternatives Leben führt; nicht einfach, zugegebenermaßen; Was ist jedoch die Alternative?

Wir bitten Shri Krishna natürlich, dass Er die Bemühungen der Gottgeweihten für eine sozialere und liebevollere Welt unterstützen möge. Alles andere wäre doch nun wirklich abnormal; wir erhoffen uns eine bessere Zukunft für diesen Planeten Erde und alle Geschöpfe, die auf ihm leben. Religiös verbrähmte Fanatiker, die sich als Auserwählte sehen und dem Untergang der 'Ungläubigen' mit Freude entgegen sehen, sind in Wirklichkeit Gott viel ferner als viele derer, über die sie sich zu stellen versuchen. Stolze Lebensweisen kommen bei Gott nicht gut an. Er liebt nun mal all Seine Bestandteile. Je mehr wir uns zum Werkzeug der Barmherzigkeit Gottes machen, desto mehr wird auch unser Umfeld lebenswertere Züge annehmen.

Die Veden lehren im übrigen weder das kapitalistische noch das kommunistische Gesellschaftssystem. Wir wollen in Kürze in einem weiteren Thema auf die tragenden Grundsätze des Varnashrama-Systems eingehen.

Euer Diener
Parivadi das