Die Lehre

Shri Krishna
Shri KrishnaSein Name bedeutet "der Allanziehende". Ein anderer Name ist Rama, "die Quelle aller Freude". Er ist Brahman, strahlend wie das Licht der Sonne, Er ist Paramatma, die Überseele, und Er ist Bhagavan, die Höchste Persönlichkeit Gottes.

Shri Chaitanya
Shri Chaitanya MahaprabhuWie in den vedischen Schriften angekündigt, erschien Krishna als Shri Chaitanya Mahaprabhu, um den Menschen einen Weg zu weisen, wie sie Ihm dienen und sich so wieder mit Ihm verbinden können: durch das Chanten Seiner heiligen Namen.

Vielfalt in der Einheit
Shri KalkiShri Krishnas Erweiterungen sind so vielgestaltig und zahlreich wie die Wellen des Ozeans.   

Pilgerorte
Beschreibung wichtiger Pilgerorte der Vaishnavas.

Literatur
Ein Überblick über die wichtigsten schriftlichen Grundlagen der Hare-Krishna-Bewegung.

Glossar
Für das bessere Verständnis der in den vedischen Schriften gebräuchlichen Sanskrit- Begriffe haben wir hier ein Glossar mit Übersetzungen und Erklärungen zusammengestellt.
 


Shrila Bhaktisiddhanta Sarasvati Gosvami Maharaja Prabhupada
(1874 bis 1937)

Shrila Bhaktisiddhanta Sarasvati Gosvami Maharaja Prabhupada (1874 bis 1937)

Im Jahr 1874 erschien als vierter Sohn des großen Vaishnava-Pioniers Shrila Bhaktivinoda Thakur Bimal Prasad, den die Welt später als Shrila Bhaktisiddhanta Sarasvati Thakur kennen lernen durfte.

Schon in seiner Kindheit ereigneten sich wundersame Ereignisse, die auf seine besondere göttliche Mission hinwiesen. So begab es sich, als er sechs Monate alt war, dass der Ratha-Yatra-Wagen vor dem Haus des Vaters in Jagannath Puri (Orissa) stehen blieb und zwar für drei Tage. Hierzu ist anzumerken, dass in Jagannath Puri alljährlich eines der größten spirituellen Festivals der Welt stattfindet. Millionen von Pilgern begleiten einen riesigen Prozessions-Wagen mit Altar, der von Pilgern an Seilen gezogen wird. Bhaktivinoda Thakur sagte seiner Frau alsdann, sie möge ihr Baby vor den Altar des Wagens bringen, um den Segen Gottes zu erhalten. Gerade in diesem Moment löste sich eine Blumengirlande, die um den Hals der Bildgestalt auf dem Altar hing, und fiel direkt auf das Kind. Alle Anwesen­den betrachteten dieses Ereignis als äußerst glückverheißend.

Der Sohn zeigte schon in seiner Kindheit eine ganz intensive und disziplinierte Gotteshingabe. Seine Eltern pflegten, ihren Kindern ausschließlich Prasadam als Speisen zu geben, Mahlzeiten, die zuvor auf dem Altar Shri Krishna dargebracht werden. Eines Tages brachte der Vater reife Mangos vom Markt. Der kleine Bimal Prasad nahm sich eine und sagte „das ist meine“! Als der Vater darauf hinwies, dass es nicht korrekt sei diese ungeopferte Mango einfach so zu nehmen, entschuldigte sich das Bimal Prasad und sagte, er werde niemals im Leben mehr eine Mango antasten. Es sei die gerechte Strafe für jemand, der so gierig ist. Wann immer ihm jemand daraufhin eine Mango anbot, entgegnete er mit Ablehnung und sagte, er sei ein Sünder; er könne keine Mango annehmen. Im Grunde sah in der Familie niemand die Tat des zwei- oder dreijährigen Kindes als eine Sünde an, und niemand verlangte irgend eine Entschuldigung. Aber Bimal Prasad war extrem hell und entschlossen in seinen Vorhaben.

Während der Schulzeit zeigte sich Bimal Prasad außerordentlich gelehrsam. Sein Gedächtnis zeichnete sich durch eine hervorstechende Klarheit aus. Was immer er einmal gelesen hatte, konnte er später erinnern und zwar mit genauer Quellenangabe. In seiner Zeit als Student konnte ihm niemand die Stirn bieten und zwar galt das nicht nur für den philosophisch-religiösen Bereich, sondern auch für andere Sachgebiete. Er erwarb sich einen besonderen Ruf in Fragen der Astrologie und Kosmologie.

1895 gab er seine Studien auf, da er sich der Verehrung Krishnas voll hingeben wollte. Ein Familienleben strebte er nie an. Er schrieb über sich selbst:

„Wenn ich so sorgsam weiter studiere, dann werde ich wohl sehr stark bedrängt werden, eine Familie zu gründen, aber wenn sie mich als uneffektiv und dumm ansehen, dann werden sie diesen Druck nicht auf mich ausüben. Darum verlasse ich das College ...“


Der Vater Bimal Prasads hatte diesen schon seit der frühen Jugend mit den Details der Vaishnava-Spiritualität vertraut gemacht. Auch das Chanten der heiligen Namen Krishnas war ihm früh geläufig. Ab dem Jahr 1898 lernte er seinen späteren einweihenden spirituellen Meister, Shrila Gaura Kishora dasa Babaji Maharaja, kennen, der zu Besuch zu seinem Vater kam. Dieser war dem Vater sehr zugetan, da dieser in so enthusiastischer Weise Shri Chaitanyas Botschaft kultivierte und verbreitete. Babaji Maharaja war von einfacher Herkunft aber galt unter den Vaishnavas als ein paramahamsa, eine befreite Seele, der sich ganz dem Chanten der heiligen Namen verschrieben hatte. Shrila Bhakitvinoda Thakur riet seinem Sohn, er möge von diesem Babaji die spirituelle Einweihung empfangen. Der Sohn nahm sich dies zu Herzen, jedoch wollte Shrila Gaurakisora Babaji keine Einweihung geben. Wiederholt schickte er Bhimal Prasad weg, verschob die Entscheidung oder sagte nein. Einmal sagte Babaji Maharaja, er müsse noch Shri Chaitanya um Erlaubnis fragen. Als Bimal Prasad ihn wieder ansprach, wich der Babaji wieder aus; er habe vergessen zu fragen. Erst als Bimal Prasad weinte und sagte, sein Leben habe keinen Sinn, wenn er nicht die Barmherzigkeit des Babaji bekomme, änderte dieser seine Gesinnung und machte eine Ausnahme. Er nahm Bimal Prasad als seinen einzigen Schüler an. Er hatte vorher noch nie einen Schüler angenommen und auch später tat er es nicht; und er sollte sehr großen Gefallen an seinem einzigen Schüler finden! Eigentlich hielt sich Shrila Gaura Kisora Babaji Maharaja in seiner Demut für unqualifiziert, Schüler anzunehmen, und nur aufgrund der außerordentlichen Entschlossenheit von Bimal Prasad ließ er sich umstimmen.

Der Vater bat den Sohn in den darauf folgenden Jahren, die Mission Shri Chaitanyas zu seiner Lebensaufgabe zu machen und so zu organisieren, dass viele viele Menschen ihren Nutzen daraus ziehen könnten. Das tat Shrila Bhaktisiddhanta Swami Prabhupada, nachdem er sich für einige Zeit zurückgezogen hatte, um täglich 300000 Namen Krishnas zu chanten, dem Vorbild von Haridas Thakur folgend (192 Runden täglich!!!). In neun Jahren chantete er in Zurückgezogenheit in einer Strohhütte auf diese Weise eine Milliarde Namen Gottes, etwas unvorstellbares, jedoch wahres. Seine Kost bestand fast ausschließlich aus in Butterfett gekochtem Reis. Möbel gab es in der Hütte nicht. Während dieser Zeit der Askese studierte er auch intensiv die heiligen Schriften.

Die spirituelle Größe von Shrila Bhaktisiddhanta Swami Prabhupada ist kaum zu beschreiben. Daher seien hier nur noch einige historische Fakten erwähnt:

Bhaktisiddhanta war ein vehementer Prediger gegen das Privileg von eingeborenen Brahmanen des Kastensystems. Er stellte - wie Shri Chaitanya Mahaprabhu - bei Debatten, Vorträgen und Gesprächen stets heraus, dass spirituelle Verwirklichung nicht von der Herkunft abhängt. Er übte in dieser Weise einen starken Einfluss in Indien aus, und niemand konnte seinen Argumenten standhalten, die immer auf den heiligen Schriften beruhten. Die Kasten-Brahmanas fürchteten ihn, und es gab auch Bestrebungen, ihn deswegen umzubringen, die jedoch Dank göttlicher Fügung vereitelt wurden.

Bhaktisiddhanta verbreitete die Hare-Krishna-Bewegung sehr intensiv und erfolgreich über ganz Indien, indem er klosterähnliche Strukturen in verschiedenen Orten schuf. Diese Organisation nannte er Gaudiya Math. Noch heute findet man einzelne dieser Klöster in Indien. Der Zusammenhalt unter diesen Einrichtungen zerbröckelte jedoch nach dem Verscheiden des Gründers im Jahr 1937 entgegen dessen Willen. Es war ein herausragender Schüler von Shrila Bhaktisiddhanta Swami Prabhupada, der sich in besonderer Weise des Wunsches seines Meisters annehmen sollte, die Hare-Krishna-Bewegung über die Welt zu verbreiten. Dieser ist kein anderer als Shrila A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, dem wir es zu verdanken haben, dass wir überhaupt mit dieser reinsten aller Traditionen in Berührung gekommen sind.