Die Lehre

Shri Krishna
Shri KrishnaSein Name bedeutet "der Allanziehende". Ein anderer Name ist Rama, "die Quelle aller Freude". Er ist Brahman, strahlend wie das Licht der Sonne, Er ist Paramatma, die Überseele, und Er ist Bhagavan, die Höchste Persönlichkeit Gottes.

Shri Chaitanya
Shri Chaitanya MahaprabhuWie in den vedischen Schriften angekündigt, erschien Krishna als Shri Chaitanya Mahaprabhu, um den Menschen einen Weg zu weisen, wie sie Ihm dienen und sich so wieder mit Ihm verbinden können: durch das Chanten Seiner heiligen Namen.

Vielfalt in der Einheit
Shri KalkiShri Krishnas Erweiterungen sind so vielgestaltig und zahlreich wie die Wellen des Ozeans.   

Pilgerorte
Beschreibung wichtiger Pilgerorte der Vaishnavas.

Literatur
Ein Überblick über die wichtigsten schriftlichen Grundlagen der Hare-Krishna-Bewegung.

Glossar
Für das bessere Verständnis der in den vedischen Schriften gebräuchlichen Sanskrit- Begriffe haben wir hier ein Glossar mit Übersetzungen und Erklärungen zusammengestellt.
 


Shrila Saccidananda Bhaktivinoda Thakura (1838 bis 1914)

Shrila Saccidananda Bhaktivinoda Thakura (1838 bis 1914)

Der Pionier der Hare-Krishna-Bewegung in der Neuzeit ist Shrila Bhaktivinoda Thakur. Er alleine war es, der den Menschen der Welt die reine Bhakti-Lehre Shri Chaitanyas wieder zugänglich machte, nachdem diese durch zahlreiche Verfälschungen so degradiert war, dass in der Öffentlichkeit keinerlei Respekt für sie gezollt wurde. Diese Wiederbelebung war von Nityananda prabhu, dem ewigen Beigesellten Shri Chaitanyas, vorausgesagt worden:

„Mutter Ganga wird Mayapur (den Erscheinungsort Shri Chaitanyas) für einige Jahrhunderte verbergen, und dann wird der Ort wieder erblühen, mit all seinen Badestellen. Ein erstaunlicher Tempel wird daraufhin manifestiert werden.
(Navadvipa Dhama Mahatmya, fünftes Kapitel)“.


Tatsächlich war es Shrila Bhaktivinoda Thakur, der den exakten Erscheinungsort Shri Chaitanyas, Shridham Mayapur, wieder entdeckt hat, der für mehrere hundert Jahre nicht mehr bekannt war.

In ähnlicher Weise, wie er die Wirkstätten Shri Chaitanyas ausfindig machte, offenbarte er auch Dessen Lehren in ihrer ursprünglichen Bedeutung. Bhaktivinoda nahm äußerlich gesehen lange Jahre eine offizielle Stellung als Richter ein, veröffentlichte jedoch gleichzeitig eine ungeheuere Menge an Literatur. Sein Tagesablauf war während seiner Berufstätigkeit wie folgt (er hielt diesen minutiös ein):

19.30 Uhr (manchmal ab 20.00 Uhr) bis 22.00 Uhr: Nachtruhe
22.00 Uhr bis 4.00 Uhr: Verfassen von Literatur
4.00 Uhr bis 4.30 Uhr: morgendliches Ausruhen
4.30 Uhr bis 7.00 Uhr: Chanten der Heiligen Namen Krishnas (Japa)
7.00 Uhr bis 7.30 Uhr: Briefe beantworten
7.30 Uhr bis 8.30 Uhr: Empfang von Gästen
8.30 Uhr bis 9.30 Uhr: Studium und Kontemplation
9.30 Uhr bis 9.45 Uhr: Rast
9.45 Uhr bis 9.55 Uhr: Bad, Duschen, Frühstück (Milch, zwei Brotfladen, und Früchte)
9.55 Uhr bis 10.00 Uhr: Weg zum Gericht
10.00 Uhr bis 13.00 Uhr: Dienst im Gericht
13.00 Uhr bis 14.00 Uhr: Mittagspause zuhause
14.00 Uhr bis 17.00 Uhr: Dienst im Gericht
ab 17 Uhr: Übersetzung von heiligen Schriften von Sanskrit in Bengali, abendliches Bad, Abendessen: Reisgericht, Brotfladen, Milch

Die Rechtsanwälte und Engländer waren verwundert über die Dienstkapazität Bhaktivinodas. Er löste bereits morgens 30 bis 50 Fälle, jeweils in ca. 5 Minuten, wofür andere mehr als eine Stunde gebraucht hätten.

Shrila Bhaktivinoda Thakur zeigte damit am eigenen Beispiel, dass auch Berufstätige ein gottesbewusstes Leben führen können (Er war verheiratet und hatte über 10 Kinder). Später, im Jahre 1891 zog er sich aus dem Berufsleben zurück und widmete sich ausschließlich der Verbreitung des Krishna-Bewusstseins und der Andacht. Im Jahr 1896, dem Erscheinungsjahr Shrila A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupadas, schickte er erstmals englischsprachige Ausgaben krishna-bewusster Literatur in den Westen. Shrila Prabhupada bemerkt dazu in seiner Ausgabe „Die Lehren Shri Chaitanyas“: „Gewidmet dem Dienst von Shrila Bhaktivinoda Thakur, der die Lehren Shri Chaitanyas im Jahr meiner Geburt (1896) erstmals der westlichen Welt offenbarte.“

Shrila Bhaktivinoda Thakur (1838 bis 1914), dessen spirituell herausragender Sohn Shrila Bhaktisiddhanta Saraswati Thakur (1874 bis 1937) und dessen herausragender Schüler Shrila A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada (1896 bis 1977) sind damit diejenigen, die die Hare-Krishna-Mission weltweit etabliert haben, wobei Bhaktivinoda das Fundament legte, sein Sohn in Indien die Weichen stellte und Shrila Prabhupada als spiritueller General und vorbildlicher Schüler seines Meisters dessen innersten Wunsch verwirklichte, nämlich die Hare-Krishna-Bewegung weltweit zu verbreiten.

Shrila Bhaktivinoda Thakur war von seiner Jugend an nur an echten wertvollen Inhalten interessiert, wobei es ihm nicht um äußere Konfessionen ging. Wo immer er die Wahrheit finden konnte, da wertschätzte er sie auch. Er ist einer der ersten und intensivsten Vertreter des interphilosophischen und interreligiösen Dialogs. Einige Zeit zeigte er sich sehr zu christlichen Strömungen hingezogen, und diese Wertschätzung für echte Religion in anderen Traditionen blieb auch während seiner äußersten Hinwendung zu den Lehren Shri Chaitanyas bestehen. Die ISKCON sieht sich diesem Vorbild verpflichtet und wendet viel Energie für diese friedenstiftenden Bemühungen auf.

Beim Bhaktivedanta Library Service gibt es ausführliche Literatur über und von Shrila Bhaktivinoda Thakur zu bestellen. Die Web-Seite dient lediglich dazu, einen kleinen Anstoß zu geben. All diese großen Persönlichkeiten kommen in einem besonderen Auftrag Gottes zu uns und sind daher nicht nur verehrungswürdig sondern haben uns bedeutende Dinge zu sagen. Sie beeinflussen mit ihrer Hingabe unser innerstes Wesen und können, sofern wir es zulassen und mitwirken, unsere ewigen Begleiter, Retter und besten wohlmeinenden Freunde sein.

Shrila Bhaktivinoda Thakur hat neben einem gewaltigen Umfang an Literatur auch viele Vaishnava-Lieder geschrieben, die heute in der Hare-Krishna-Bewegung mit wachsen­der Begeisterung gesungen werden, wozu uns Shrila Prabhupada geraten hat. Auch diese Werke sind beim Bhaktivedanta Library Service erhältlich.

Shrila Bhaktivinoda Thakur sagte voraus, dass in Kürze das Krishna-Bewusstsein über die ganze Welt verbreitet würde (besonders von Russland und Preussen aus), in Shridham Mayapur ein großer Tempel entstehen würde und die Lehren Shri Chaitanyas den Schlüssel zur Harmonisierung von Religionsstreitigkeiten in sich trügen. Er betete:

„Es gibt in dieser Welt viele Arten von Religionen, und die höchste Entwicklung diesbezüglich ist das gemeinsame Chanten der Heiligen Namen des Herrn. Hieran gibt es keinen Zweifel. Wann wird der Tag kommen, an dem all die glücklichen Seelen aus Ländern wie England, Frankreich, Russland, Preussen und Amerika Fahnen, Trommeln und Zimbeln zur Hand nehmen werden, um die Heiligen Namen Shri Chaitanyas in den Straßen ihrer Städte zu singen? Wann wird der Tag kommen, wenn reine transzendentale Gottesliebe die einzige Religion der Seelen sein wird und alle sektiererischen Religionen im großen Ozean dieser universalen Religion aufgehen werden?“

Shrila Bhaktivinodas vierter Sohn, Shrila Bhaktisiddhanta Swami Prabhupada und dessen herausragender Schüler, Shrila A.C. Bhaktivedanta Swami Prabhupada, waren die göttliche Antwort auf dieses Gebet. Diese beiden vollbrachten das Wunder der weltweiten Verbreitung des Krishna-Bewusstseins aufgrund des starken Wunsches von Shrila Bhaktivinoda Thakur.